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Immatrikulation von Fridericus Breclingius

Transkription normierte Angaben
Semester: 1656 Ost.
Nummer: 99
Datum: - . 7 . 1656
Vorname: Fridericus Friedrich
Nachname: Breclingius Breckling
Herkunft: Flensburgo-Holsatus Flensburg
Bemerkung (Semester): "iniuratos asteriscus notat"
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Bernhard Asmussen, am Fri Dec 28 12:10:31 CET 2012
Aus der Chronik des Kirchspiels Handewitt, S. 35f.

Der zweite Sohn des Pastors in Handewitt, Johannes BREKLING (1613/14 Nr. 9, 1621 Nr. 1 Phil), Friedrich BREKLING (1629-1711), war nicht eigentlich Pastor in Handewitt, muß aber wegen seiner kirchengeschichtlichen Bedeutung erwähnt werden. Er studierte 1646-1656 an den meisten deutschen Universitäten und wurde von mehreren bedeutenden Theologen seiner Zeit beeinflußt. 1658 vertrat er den geflohenen Generalsuperintendenten (so viel wie Bischof) Stephan Klotz in seinem Predigeramt, wurde 1659 Feldprediger, kehrte aber bald nach Handewitt zurück, um seinem alt gewordenen Vater zu helfen. Er hatte inzwischen viele Mängel und Mißstände des bestehenden Kirchenwesens erkannt und suchte sie durch eine Schrift an den zurück gekehrten Generalsuperintendenten Klotz abzustellen. Da dieser nicht reagierte, richtete er die Schrift an den König Friedrich III. und ließ sie 1660 in Amsterdam drucken, der Titel im Stil der damaligen Zeit: "Speculum seu Lapis lydius Pastorum (d.h. Spiegel oder Prüfstein für die Pastoren), darinnen alle Prediger und Lehrer dieser letzten Welt sich beschauen und nach dem Gewissen als für Gottes alles sehenden und richtenden Augen, ohne Heuchelei ihrer selbst, ernstlich prüfen und examinieren sollen, ob sie rechte von Gott gesandte und erkannte Prediger, Lehrer, Bischöfe und Superintendenten seyen oder nicht; ob sie den rechten oder falschen Propheten gleich; ob sie Christi oder das Antichrists Bild an sich haben; ob sie mit der rechten oder falschen Apostel Kennzeichen und Eigenschaften bezeichnet: denen frommen, und die sich vom Geist Gottes lehren und strafen lassen zu Christbrüderlicher Erinnerung, Aufweckung, Prüfung und Besserung; den Gottlosen, Heuchlern, Halsstarrigen und Widersprechenden aber zum Zeugniß aufgesetzet und auf ihr Gewissen nach der Regel des Wortes Gottes vor Augen gestellt."
Hiermit stach er sozusagen in ein Wespennest, wurde vor das Constistorium gerufen, widerrief aber nicht und wurde zu Festungshaft verurteilt. Es gelang ihm die Flucht nach Holland, wo er von 1661-1668 Pastor in Zwolle war. In zahlreichen Schriften eiferte er von dort aus gegen die Kirchenzustände in Schleswig-Holstein und besonders gegen D. Klotz. Er wurde wieder abgesetzt und lebte bis zu seinem Lebensende in Holland, unterstützt von zahlreichen Gönnern, die den guten Kern seiner Gedanken erkannt hatten. (Weitere Informationen in Schl.-Holst. Kirchengeschichte, Bd. 4)."
Christin Eisenberger, am Tue Jan 25 00:00:00 CET 2011
Breckling, Friedrich, luth. Theologe, * 5.2.1629 Handewitt bei Flensburg, † 16.3.1711 Den Haag, Spiritualist, Pfarrer der luth. Gemeinde in Zwolle

Herausgegeben im Auftrag des Rektors der Universität Rostock von Kersten Krüger.
Rostock, online seit 2010.

(Liste der Mitwirkenden)

Kontakt:
Universitätsarchiv
universitaetsarchiv(at)uni-rostock.de

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GND: 11643998X
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